Presseinfo

Presseinformation vom 13. Oktober 2014

Wolkenkuckucksburg — Was wäre die Stadt ohne die Universität?
Eine Ausstellung vom 18.11.2014 bis 7.1.2015 im Schlauen Haus Oldenburg

Seit fast einem Jahr feiert die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ihren 40. Geburtstag. Zum Abschluss der Feierlichkeiten stellen sich elf Studierende des Masterstudiengangs Museum und Ausstellung die Frage „Was wäre die Stadt ohne die Universität?“. In der Ausstellung „Wolkenkuckucksburg“ vom 18. November 2014 bis zum 7. Januar 2015 im Schlauen Haus zeigen sie auf, welche Bedeutung die Universität für die Stadt hat und welche Alternativen ein Oldenburg ohne Universität prägen könnten. „Die Beschäftigung mit ungeschehener Geschichte gilt zwar bei einigen als unwissenschaftlich, kann aber – selbst wenn sie spielerisch erfolgt – durchaus zu einem besseren Verständnis des Gewordenen beitragen“, sagt Professor Dr. Rudolf Holbach (Institut für Geschichte), der das Vorhaben auf Wunsch des Präsidiums der Universität leitet.

Der Titel der Ausstellung ist angelehnt an den Begriff „Wolkenkuckucksheim“ aus der Komödie „Die Vögel“ (414 v. Chr.) von Aristophanes. Mit Wolkenkuckucksburg bezeichnen die Studierenden den Bau eines Oldenburgs ohne Universität. „Dass wir keinen vollständigen Entwurf einer neuen Stadt, inklusive aller Bereiche wie Politik, Arbeit, Gesellschaft, Infrastruktur und was noch alles dazugehört zeigen können, versteht sich von selbst. Wir konzentrieren uns auf ausgewählte Bereiche, von denen wir glauben, dass sie unter universitärem Einfluss stehen“ verdeutlicht die Ausstellungsmacherin Nadja Bühler. Welchen Einfluss die Universität auf die Stadt hat, kann freilich nicht eindeutig geklärt werden, denn nur selten kann dieser losgelöst von weiteren Faktoren betrachtet werden. So hätten sich eine Vielzahl an Kneipen oder Bio-Lebensmittelläden vermutlich auch ohne Universität entwickelt. Außerdem kann die Ausstellung den universitären Einfluss keineswegs in seiner gesamten Komplexität abbilden. Die Aussteller greifen deswegen exemplarisch vier große Themen auf.

Um zunächst auch Touristen und Außenstehenden in Kürze alles Wichtige und Besondere zur Oldenburger Universität zu vermitteln, zeigt der erste Ausstellungsteil deren Geschichte anhand der vier großen Themen „Wegbereiter und Bau“, „Namensgebung“, „Forschung“ und „Grenzenlose Universität“. Die weiteren Ausstellungsbereiche beschäftigen sich mit dem Universitätsjubiläum, dem wirtschaftlichen Einfluss der Universität auf die Region, den gesellschaftspolitischen Debatten in der Stadt, an denen sich die Universität beteiligt, und dem universitären Einfluss auf die städtische Lebensqualität. „Wir spiegeln jeweils den IST-Zustand mit einem WÄRE-Zustand. Das bedeutet, dass statt der Universität Grünkohl als wirtschaftlicher Impulsgeber für die Region vorgeschlagen wird und statt dem 40-jährigen Geburtstag der Universität könnten wir das 222-jährige Jubiläum der Pädagogischen Hochschule feiern. Passend präsentieren wir fiktionale Objekte, die mal mehr und mal weniger realistisch erscheinen“ erläutert Ausstellungsmacherin Katrin Hartmann. Auch aufgrund der verschiedenen Interessen der elf Studierenden versucht die Ausstellung jedenfalls eine gewisse Bandbreite an Zugängen zum Thema „Verflechtungen von Stadt und Universität“ anzubieten. Verbindendes Element sind materielle Zeugnisse der tatsächlichen Bedeutung der Universität für die Stadt einerseits und andererseits die fiktionale Ausarbeitung des jeweiligen Themas für ein Oldenburg ohne Universität.

Ziel der Ausstellung ist es, die Besucher_innen zu animieren, sich selbst mit den Verflechtungen zwischen Stadt und Universität auseinander zu setzen. Gemäß dem Konzept des Schlauen Hauses fördert die Ausstellung den Dialog zwischen Wissenschaft und Bürger_innen. Darum ist die Besucherpartizipation ebenfalls ein wichtiger Teil der Ausstellung. Außerdem werden künstlerische Arbeiten zum Thema „Wolkenkuckucksburg“ aus einem Kooperationsprojekt mit der 12. Klasse der Helene-Lange-Schule Oldenburg sowie die Ergebnisse einer Bürgerumfrage in der Oldenburger Innenstadt vom Mai 2014 ausgestellt. Begleitend zur Ausstellung veranstalten die Studierenden außerdem ein Rahmenprogramm bestehend aus Führungen durch die Ausstellung, einem Workshop, einer Lesung, einer Podiumsdiskussion, einer Stadtrundfahrt und zwei Filmabenden.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 40. Geburtstag der Universität

Gefördert durch die Stadt Oldenburg

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.